Tandava Newsletter März/April 2020
oder:
"
Krone (Corona) des Feuer-Tattvas"

Am Anfang war es unbemerkt. Man musste schon sehr genau hinschauen.
Es gab ja soviel Wichtigeres. Ein kleines, funkelndes, züngelndes Flackern - fast unscheinbar.
Dann war es da, es war zu sehen !
Einige versuchten nun aus dem Weg zu gehen, einige löschten es, einige versuchten es zu ignorieren.
Aber das Feuer fraß sich weiter seinen Weg.
Es fand überall seine Nahrung und war unersättlich.
Es entwickelte seine Kraft der Transformation:
Alles, was es verbrannte, war in seiner Substanz komplett verändert und geläutert.
Aber die Raserei war noch nicht vorbei. Alles musste verbrannt werden.
Die alten, mächtigen Strukturen konnten dem Feuer nicht länger widerstehen.
Das Feuer wollte erst dann zur Ruhe kommen, als nur noch Asche da war.
Erst dann legte es sich schlafen.
Doch dann breitete sich endlich eine friedvolle Stille aus.
Und die Asche als Nährboden für eine neue Welt, in der alles Neu ist.
Nichts erinnert mehr an die alte, vermeintlich sichere Welt, die wir kannten.
Der Yogi sieht das Aussen und sein Inneres nicht getrennt.
Er hat keine Angst, denn die Kreativität ist seine Motivation.....

Die nachfolgende yogische Meditation für Feuer ist aus einem uralten Text.
Der Text spricht nicht das Mentale an und ist daher in der üblichen tantrischen
"Symbolsprache der Dämmerung" abgefasst, die aber vom Körper direkt verstanden werden kann.

FEUER

Der Yogi betrachtet seinen Körper als ein Dreieck, das von einem Feuergürtel umgeben ist.
Eine Feuersbrunst kommt aus dem Körper hervor und verbrennt alles, was sich außen befindet.
Die Krankheit verlässt ihn.
Nach einer Zeit der Praxis kann er das, was er berührt in Brand setzen und zum Feuer werden.
Er tritt in Vibration ein. Er ist der Geist des Feuers.
Er betrachtet sich dann in seiner menschlichen Form.
Er meditiert auf seinen Gaumen, der ein funkelndes, von Rauch umgebenes Feuer produziert, wie die Sonne im Rauch.
So wird er zum Element des Feuers und beherrscht die Mantras.
Er verbreitet sein Licht über die Welt und erfährt die Stille von Shiva.

Anmerkungen:

Tattva ist ein Sanskrit Wort in der Bedeutung von “Dasheit“, Prinzip, Wirklichkeit oder Wahrheit.

 

Der Shivaismus zählt 36 Daseinsfaktoren auf.
Die 5 groben Daseinsfaktoren (Erde, Wasser, Feuer, Wind und Raum) werden als Grundelemente bezeichnet.
Um das Tattva "Feuer" besser verstehen zu können, gibt es nachfolgend die Entsprechung des Grundelements in den anderen übergeordneten Ebenen:

Schleier / Verhüllungen / Schalen
Die Begrenzung der Fülle des Herzens, erzeugt Begierde und den Wunsch wieder voll zu sein

Sinnesorgan
Auge, Sehsinn

Werkzeug der Handlung
Schreiten, Fortbewegen (Füsse)

Subtiles Element
Energie des Lichts und der Form

Grobes Element
Feuer

Ich wünsche Dir eine angstfreie Zeit, in der sich wieder
die wahren Prioritäten in unserem Mensch-Sein zeigen können.

Du bist herzlich eingeladen, diesen Prozeß mit den Wirkungen von Tandava zu begleiten.

Alles Liebe,
Alex Weide